Christine-Vranitzky-Stiftung: Forschungsgrants zur Förderung der Organtransplantation für die MUW-Forscher Dr. Farsad-Alexander Eskandary und Dr. Roman Reindl-Schwaighofer

Die Christine-Vranitzky-Stiftung zur Förderung der Organtransplantation hat die Forschungsgrants 2019 erstmalig ausgelobt. Gefördert werden damit wissenschaftliche Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Organtransplantation. Jährlich wird dabei ein Forschungsgrant ausgeschrieben und einem Forschungsprojekt zugesprochen. Die Förderung beträgt pro Forschungsprojekt maximal 65.000 Euro.

Für die Jahre 2019 und 2020 wurden Forschungsprojekte unter ca. 25 Einreichungen ausgewählt und einem zunächst nationalen Auswahlverfahren unterzogen. Die fünf bestgereihten Anträge eines Jahres wurden anschließend an internationale Gutachter verschickt und einem internationalen Peer-Review unterzogen. Den beiden – im internationalen Auswahlverfahren – jeweils bestgereihten Forschungsanträgen wurde der Grant zugesprochen.

Aus den Forschungsförderungsanträgen für die Grants 2019 und 2020 wurden jene von Dr. Farsad-Alexander Eskandary und Dr. Roman Reindl-Schwaighofer, zwei Nephrologen von der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse der Universitätsklink für Innere Medizin III der MUW, ausgewählt und erhielten den Zuschlag für ihre Projekte.

Die beiden Grants wurden – im Rahmen des Sitzung des Transplantationsbeirates am 7. Oktober 2020 – durch den emeritierten früheren Klinikvorstand der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Wien, Univ.-Prof. Ferdinand Mühlbacher, in seiner Rolle als Verwaltungsratsmitglied der Christine-Vranitzky-Stiftung den beiden Nephrologen feierlich übergeben.

Forschungsgrant 2019 für Dr. Eskandary:

„Farsad-Alexander Eskandary wird sich in seinem Projekt mit der Erforschung der Verteilung und Bedeutung von intrakapillären NK-Zellen in Nierentransplantaten mit chronischer antikörpermediierter Abstoßung (cABMR) beschäftigen. In einer Kollaboration mit dem Klinischen Institut für Pathologie der MedUni Wien und der Pathologie der University of Michigan wurde eine Möglichkeit gefunden, einen speziellen zytotoxischen Phänotyp der NK-Zellen (Tbet+/CD16+/CD56lo) mittels immunhistochemischer Mehrfachfärbungen in Paraffinschnitten innerhalb der Kapillaren von Nierentransplantaten sichtbar und quantifizierbar zu machen. Zusätzlich sollen molekulare Nachweismethoden von NK-zellspezifischen Transkripten mittels Nanostring Technologie und des molekularen Mikroskops (MMDx) angewandt und die Bedeutung und Assoziation von NK-Zellen mit klinischen Outcome-Variablen untersucht werden. Weiters werden im Rahmen des Projekts in einer Kollaboration mit Wolfgang Frühwirt von der Universität Oxford neue Methoden der künstlichen Intelligenz untersucht.“ (Zitat aus der Website-Veröffentlichung der MUW, Oktober 2020)

Forschungsgrant 2020 für Dr. Reindl-Schwaighofer:

In Roman Reindl-Schwaighofers Forschungsprojekt geht es um eine Weiterentwicklung eines genomweiten Konzepts von immunologischem Selbst und Nichtselbst. Aufbauend auf seinen bisherigen Ergebnissen sollen jene bioinformatischen Algorithmen verfeinert werden, die Unverträglichkeiten zwischen Spender und Empfänger vorhersagen können. Zum einen sollen die chemischen Eigenschaften der Oberflächenproteine, aber auch das Repertoire des Immunsystems des Empfängers in der neuen Studie berücksichtigt werden, um die klinisch relevanten Unterschiede besser identifizieren zu können. Das Ziel dieser Arbeit ist eine Verbesserung der Vorhersage des immunologischen Risikos vor der Transplantation, um eine maßgeschneiderte medikamentöse Therapie nach der Transplantation zu ermöglichen.“ (Zitat aus der Website-Veröffentlichung der MUW, Oktober 2020)

Zu den Personen:

Dr. Farsad-Alexander Eskandary wurde an der MedUni Wien zum Facharzt für Nephrologie ausgebildet. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der klinischen Transplantationsimmunologie. Dabei beschäftigt er sich mit der Diagnostik und Therapie der gegen organspenderspezifische HLA-Epitope gerichteten Antikörper, die eine sogenannte humorale Abstoßung verursachen können.

Dr. Roman Reindl-Schwaighofer studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck und absolvierte seine Facharztausbildungen in Innerer Medizin und Nephrologie an der MedUni Wien. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt in der Erforschung des Einflusses genomweiter genetischer Unterschiede auf die Immunreaktion nach Nierentransplantationen.