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Kommunikationsseminare

Das Überbringen von schwerwiegenden Diagnosen mit entsprechenden Konsequenzen gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Medizin. Muss den Angehörigen die Todesnachricht überbracht und die Organspende thematisiert werden, steigen die Herausforderung und die Belastung für das Intensivpersonal. Schließlich kann den Angehörigen Schmerz und Trauer nicht abgenommen werden. Im Angehörigengespräch mit den auftretenden Gefühlen und Reaktionen (z. B. Angst, Traurigkeit, Wut, Schock, Schuldzuweisungen) richtig umzugehen, fällt vielen Menschen, die auf Intensivstationen arbeiten, schwer. Die Kommunikationsseminare sollen dabei unterstützen, kommunikative Fähigkeiten weiter auszubauen und Sicherheit für solch schwierige Gesprächssituationen zu gewinnen.

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Die Kommunikationsseminare wenden sich an Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal aus intensivmedizinischen Abteilungen sowie klinischen Psychologinnen und Psychologen, die ihre Kommunikation mit den Angehörigen eines potentiellen Organspenders optimieren wollen.

Auf österreichischen Intensivstationen sind Ärztinnen/Ärzte und Pflege­personen tagtäglich gefordert, Angehörigen die Nachricht vom plötzlichen Tod eines nahestehenden Menschen mitteilen zu müssen. Diese Nach­richten zu überbringen, das Thema Organspende anzusprechen und mit Angst, Wut und Trauer von Angehörigen umzugehen, das sind große Her­ausforderungen.

Das Seminar zielt auf die Vermittlung jener kommunikativen und psychosozialen Kompetenzen ab, die das Intensivpersonal zur Führung der schwierigen Angehörigengespräche benötigt.

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Dieses Kommunikationsseminar wendet sich an Intensivpersonal, das in seinem Berufsalltag verstärkt Menschen aus anderen Kulturen begegnet und seine interkulturelle Kompetenzen vertiefen will.

Das Überbringen schlechter Nachrichten (Diagnose irreversibler Hirnfunktionsausfall) stellt für das Intensivpersonal immer eine große Belastung dar. Bei Angehörigen mit Migrationshintergrund erschweren zusätzliche Fak­toren wie Familiengröße, erhöhte Besucherfrequenz und Sprachbarrie­ren das heikle Gespräch. In diesen Extremsituationen kommen kulturelle und religiöse Faktoren besonders stark zum Tragen. Entscheidend ist da­her, Religion, Kultur und Weltanschauung von Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen zu kennen, um mögliche Konflikte zu minimieren.

Im Zentrum des zweitägigen Seminars „Interkulturelle Kompetenz auf der Intensivsta­tion“ stehen die Berufserfahrungen der Teilnehmer:innen. Das Ziel der Si­mulationen mit professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern ist es, für den Umgang mit kulturellen Unterschieden zu sensibilisieren, ein interkulturelles Grundver­ständnis zu schaffen und die sprach-, schicht- und kulturübergreifende Ver­ständigung zu erleichtern. Neues Wissen und die Reflexion des eigenen kulturellen Standpunkts sollen die Teilnehmer:innen befähigen, die schwie­rigen Angehörigengespräche im Organspendeprozess zu führen. Der Besuch des Seminars “Kommunikative Herausforderung Organspende” wird vorausgesetzt.

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Das Vertiefungsseminar nach ÖPGK-tEACH-Standard wendet sich an Intensivpersonal, das die kommunikativen Fertigkeiten weiter vertiefen will. Zudem wird der Fokus auf den Umgang mit DCD gelegt.

Im zweitägigen Vertiefungsseminar nach ÖPGK-tEACH-Standard „Schwierige Angehörigengespräche im Organspende‐Prozess gestalten“geht es neben der Auffrischung und Wiederholung bekannter Gesprächstechniken um die Vermittlung des Calgary-Cambridge-Leitfadens. Nach Vermittlung des medizinischen Wissens sind gleichfalls Übungssequenzen geplant. Hier werden Praxissequenzen mit Feedback und konkreten Formulierungshilfen für den Arbeitsalltag durchgeführt. Dabei werden zwischenzeitlich aufgetretene Problemstellungen fokussiert und es wird gemeinsam an praxisrelevanten Lösungen gearbeitet. Die konkreten Inhalte orientieren sich am Organspende-Prozess, d. h., es geht um die Gesprächsführung mit den Angehörigen:

  • Diagnose, Prognose, Therapiezieländerung Überbringen der Todesmitteilung (Breaking Bad News)
  • Entscheidungsfindungsprozesse bei möglicher Organspende (Shared Decision Making)
  • kultursensibler Umgang mit Angehörigen mit Migrationshintergrund ohne ausreichende Deutschkenntnisse (Triadische Gesprächsführung)
  • Deeskalationstechniken (CALM-Modell)
  • Donation after Circulatory Determination of Death (DCD)